Über mich und „Haschen nach Wind“

„Besser eine Handvoll Ruhe als beide Fäuste voll Mühsal und Haschen nach Wind“

Mein Motto

„Windhauch“ oder „Eitelkeit“ – für Menschen von heute ungewöhnliche Begriffe, die ich im Alten Testament entdeckt habe … Durch eine Freundin bin ich darauf gekommen, die den bekannten Text „Alles hat seine Zeit“, der Gegensätzen unterschiedslos Raum gewährt im menschlichen Leben, als Hochzeits-Segensspruch gewählt hatte. Seit langem schon begleitet mich nun das „Haschen nach Wind“ … „hevel“ – das hebräische Nomen, das konkret den Lufthauch und metaphorisch etwas Leichtes, Unbeständiges bezeichnet, wird dem Prediger Salomo in den Mund gelegt und nimmt in verschiedenen Übersetzungen über die Jahrhunderte verschiedene Färbungen an: In der „Zürcher Bibel“ heißt es 2007: „Nichtig und flüchtig, sprach Kohelet, nichtig und flüchtig, alles ist nichtig.“ – Oder, mit Diethelm Michel, 1988: „Vollkommen absurd, sprach Qohelet, vollkommen absurd – alles ist absurd.“

Meine Geschichte

Als ich Kind war, vermutete die Verwandtschaft, ich wolle Nonne werden. Ich war katholisch und sehr fromm und hatte schon früh mystische Erfahrungen, die ich in einem Geheimfach meines Herzens als Kostbarkeiten bewahrte. Als junge Erwachsene war der Austritt aus der katholischen Kirche ein notwendiger Befreiungsschlag, nach dem ich, in einem großen Bogen, schrittweise zurück fand zu dem, was mir als Inhalt meiner religiösen Suche – oder auch der überreligiösen Frage „Wer bin ich wirklich? Warum bin ich hier?“ nie wirklich verloren gegangen ist. Heute fühle ich mich sehr innig Mystikern verbunden, etwa Meister Eckhart (1260-1328), Johannes Tauler (1300-1361) oder dem persischen Sufi-Mystiker Rumi (1207-1273). Auch Musik vermittelte mir, ganz subjektiv, so etwas wie „Gotteserfahrung“ – J.S.Bach z.B.: mein Traum war immer, die „Chaconne“ aus der D-moll-Partita, die mir innerlich so unglaublich nah war, dass ich fast glaubte, ich selbst habe sie komponiert, auf der Geige spielen zu können – leider war ich dazu nicht gut und nicht konsequent genug. Aber auch mit manchen zeitgenössischen Komponisten fühle ich geistige Gemeinsamkeit: hier ist, allen voran, John Cage (1912-1992) zu nennen, den ich hier zitieren möchte: „Our business in living is to become fluent with the life we are living, and art can help this“ („Unsere Aufgabe im Leben ist, mit dem Leben, das wir leben, in Fluss zu kommen, und Kunst kann uns dabei helfen.“)

Kontakt

Mail: regina.poppels@gmail.com